# Jetzt haben wir den Salat – und was nun zu tun ist!
So, jetzt haben wir den Salat.
Keine Überraschung. Alle haben entweder dem Wachstum zugesehen oder den Salat sogar noch mitbewässert und jetzt ist er pflückfrisch auf dem Tisch – “schöne”, braune Blätter.
Welcher “Salat”?
Mit “Salat” meinen wir natürlich: Die meisten Stimmen für eine gesichert rechtsextreme Partei in Sachsen-Anhalt. Und es werden weitere Bundesländer folgen, machen wir uns nichts vor.
Nicht, weil die so eine gute Politik machen (das haben sie noch nirgends bewiesen oder beweisen müssen), sondern weil sie zynisch grinsend Stimmungen wahrnehmen und ausnutzen. Weil sie einfach über die Fehler der anderen nach oben klettern oder schlichtweg immer noch an entscheidenden Stellen zu wenig Widerstand bekommen. Und je höher sie steigen, umso geringer wird der Gegenwind in den Schaltzentralen der Macht.
Die meisten Stimmen für die Af* – das zeigt vor allem eins: Nicht Parteiprogramme, nicht klare Fakten bestimmen die Wahl – sondern Gefühle. Vor allem gefühlte Wertschätzung, sogar unechte. Wir haben selbst neben Af*lern gestanden und sie von “Stimmvieh” reden hören. wir haben die Programme gelesen, die sich gegen einen Großteil der eigenen Wähler:innenschaft richten … aber – hey, egal – Freibier! Es ist so furchtbar einfach.
Und es wird ihnen noch einfach gemacht, weil alle anderen zugucken. Weil geschlossener, klarer Widerspruch fehlt. Weil sie “inhaltlich gestellt werden” sollen. Und weil wir eine Regierung haben, die auf der eigenen Bevölkerung herumtrampelt: Von “linken Spinnern” über “Lifestyle-Teilzeit” bis zu Renten-Bashing und und und …
Nur so ist erklärbar, was und wie hier gewählt wurde, denn …
# Das Thema Nr. 1 vor der Wahl in Sachsen-Anhalt war laut Umfragen die “wirtschaftliche Situation”. Wenn dann aber SO viele Menschen eine Partei wählen, die noch keinerlei Wirtschaftskompetenzen gezeigt hat, die nicht einmal weiß, wie sie die vollmundigen Vorhaben aus dem Parteiprogramm jetzt finanzieren soll (“Da machen wir erstmal Kassensturz …” – s. spiegel.de), … wenn DAS niemanden stört, dann kann das nicht an Fakten liegen, nur an Emotionen. An Entscheidungen, die aufgrund von Enttäuschungen und “gefühlten” Wahrheiten gemacht werden.
# Direkt nach den ersten Hochrechnungen gab es die ersten Wortbrüche. So konnte sich der Af* Spitzenkandidat spontan nicht mehr daran erinnern, dass er “allein oder gar nicht” regieren wollte. Das sei alles falsch zitiert und aus dem Zusammenhang gerissen usw. usw. – wie üblich. Bei anderen Parteien gäbe das sofort einen Aufschrei. Hier nicht. “Er wirds schon richtig machen”. Blindes Vertrauen durch emotionale Bindung.
Das hat alles nichts mit Fakten und Programmen zu tun. Das Wahlergebnis ist eben die Quittung für die Emotionen, die sonst keine Beachtung finden. Die Quittung für eine beleidigende, ausgrenzende, menschenverachtende, sozial ungerechte Regierungs-Politik.
So bescheinigen es auch die Forschungsgruppe Wahlen und statista.de:
Quellen:
https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/landtagswahl-sachsen-anhalt-alle-ergebnisse-grafiken-102.html
https://de.statista.com/infografik/36586/waehlermeinungen-zur-cdu-bei-der-landtagswahl-in-sachsen-anhalt
Und was jetzt?
Aufwachen und klar Hinsehen. Sich den Realitäten stellen. Es wird sehr wahrscheinlich kein Verbotsverfahren geben, es ist zu spät. Es gibt keine Brandmauer mehr, der Damm ist gebrochen. Aber:
Zwei Mäuse fallen in ein Milchfass. Eine schreit “Untergang!” und geht unter. Die andere strampelt umso heftiger, bis die Milch zu Butter wird und springt raus. Welche Maus wollen wir sein?
Wir dürfen weder nachlassen noch den Fehler machen, uns in einen “Bürgerkrieg” reinzureden oder reinzudenken.
Denn das ist nach der “Normalisierung rechter Positionen” der nächste gewünschte Schritt der Agenda von rechtsaußen: Chaos! Chaos braucht dann “starke Führer”, Chaos verschleiert die eigenen Unfähigkeiten. Chaos ist die Umgebung, die Extremisten brauchen, um existieren zu können.
Schluss damit.
Klar, Gefühle müssen Ausdruck finden. Und dazu gehören Entsetzen (auch wenn wir das wenig nachvollziehen können, denn die “Anzeichen” waren ja überdeutlich) und verständliche Angst.
Das darf uns aber nicht leiten.
WAS ES JETZT BRAUCHT:
Endlich ein deutliches, strategisches, mutiges Aufstehen aller anderen Parteien.
Die Gefahren durch die Braunblauen sind bekannt. Es hat wenig genützt, diese immer wieder genau zu benennen.
Was wir jetzt vorantreiben müssen, ist, die demokratischen Parteien noch viel, viel mehr in die Pflicht zu nehmen. Ja, PFLICHT – keine Anführungszeichen. Der Amtseid (der leider noch immer noch nicht verpflichtend für alle politischen Ämter ist, aber zumindest die Leitlinie allen politischen Handelns sein sollte!) lautet:
>> Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. <<
(Gut, “jedermann” könnte mal gegendert werden, willkommen in 2026. Geschenkt.)
Unsere Forderung an alle demokratischen Parteien:
WO seid Ihr? WO seid Ihr auf Nachbarschaftsfesten, WO sind Eure “Freibier und Bratwurst” Events? Wo ist Eure “Bürger:innen-Nähe”?
Warum stehen gefühlt nur wir OMAS in den Fussgängerzonen und lassen uns dabei noch auslachen?
Warum machen wir immer wieder EUREN Job – unbezahlt und freiwillig?
Also: RAUS aus dem Plenarsaal, RAUF auf die Strasse! Zuhören, Dasein, Mitmachen, Anpacken!
Wir wollen nicht mehr nur blaue Zelte in den Innenstädten sehen. Wir wollen grüne, rote, dunkelrote, bunte Stände – wir wollen in diesem Sinne ein anderes “Stadtbild”, wir wollen Alternativen zur “Alternative”!
Macht Euch sichtbar. Seid DA. Kommt RAUS aus den Komfortzonen.
Ihr habt den Auftrag und seid gewählt, um die Aufgaben für UNS ALLE wahrzunehmen. Fangt endlich an, Euch selbst ernstzunehmen. Fangt an, dieses Land, diese Demokratie ernstzunehmen.
Wir werden Euch daran erinnern. Ab jetzt noch schärfer, noch deutlicher. An Mieten, Renten, soziale Gerechtigkeit. An einen Wirtschaftswandel, der nicht mehr wie in den 90ern funktioniert. An Vielfalt und Integration. An Frauenrechte und Inklusion. An Klimastrategien und Zukunftsgestaltung.
Menschenskinder, es gibt so vieles und so viele Ideen.
Es ist nichts einfach. Es gibt keine Patentrezepte. Aber “Kopf in den Sand” ist schon mal überhaupt kein Rezept.
Also: Hört auf zu schweigen! Und wenn Ihr Euch nicht traut – die OMAS sind bei Euch!
Wir sind die Mäuse, die hoffnungsstur weiterstrampeln. Egal, was die hämisch grinsenden Rechten sagen. Sie werden noch früh genug sehen, dass sie keine Alternative sind. Aber so weit möchten wir es gar nicht erst für alle kommen lassen. Das geht besser.
Ja, wir haben auch Angst. Aber das macht uns nur stärker.
Sandra
OMAS GEGEN RECHTS Bundesweit
kontakt@ogrbund.de










