# Demokratie-Training an Schulen
Bei den vielen Analysen der letzten Wahlergebnisse sticht ein wichtiger Punkt heraus: Neuwähler:innen (und dabei vor allem die jüngeren) tendieren zu krass polarisierten Wahlentscheidungen, was auch dem Wahlkommentar entspricht. Und die Entwicklung ist auch nicht mehr “neu”:
- Zwischen Angst und Algorithmen – Warum junge Wähler Extreme lieben | welt.de (2025)
- Bundestagswahl 2025: Warum Jugendliche AfD wählen
- Rheinland-Pfalz: Af* ist stärkste Kraft bei jungen Wählern | zeit.de (März 2026)
- Wahlverhalten nach Alter und Geschlecht | Analyse der Konrad Adenauer Stiftung (Mai 2026)
- Wie Jungwähler abgestimmt haben und was ihr Wahlverhalten offenbart | mdr.de (2026)
Die allgemeine Politik hat es größtenteils “verschlafen”, sich der jungen Zielgruppe anzupassen. Da waren die Rechten schneller und besser, das muss klar gesehen werden. Der Einfluss der Rechtspopulisten auf die “Meinungsmache” gerade bie jungen Menschen ist inzwischen riesig. Es ja auch viel einfacher, rechte Weltbilder zu vermarkten. Schwarz – Weiß, fertig. Simple Lösungen versprechen – und dabei quasi “unfehlbar” sein, denn die Rechten waren ja noch nie in der Position, sich an irgendwelche Ergebnissen messen lassen zu müssen und mussten auch noch nie den Beweis erbringen, dass sie wirklich irgendwas “besser” können. Parole raus und *zack – schön ist die Welt.
Demokratie funktioniert anders. Sie bedeutet Arbeit. Sie bedeutet: Meinungen auszuhalten, Diskussions- und Streitkultur zu lernen und immer wieder Kompromisse zu finden. DAS ist Vielfalt.
Interessant ist: Alle jungen Menschen, mit denen wir ins Gespräch kommen (und sie stammen nicht nur aus unserer “Bubble”!) sind absolut interessiert daran, Wege zu finden, miteinander über alle Unterschiede hinweg zusammenzuleben und zu diskutieren. Oft fehlt Ihnen nur der Rahmen dazu und die Chance, die notwendigen “Skills” (Fähigkeiten) zu lernen und auszuprobieren.
Damit sind auch die Schulen oft überfordert. Ein Demokratieforum, eine “wie gehen wir miteinander um” AG, … selten ist Zeit und Raum dafür. Dabei wird gerade das von vielen Schülerinnen und Schülern gewünscht. Hier können wir mit unseren “Schul AGs”, “Vorlese-OMAS” und ähnlichen Angeboten ansetzen, immer angepasst auf Situation, Altersstufe und Bedarf.
Wie anfangen?
Da die politische Unsicherheit inzwischen auch die Schulen und Institutionen erreicht hat, schlägt uns dabei immer öfter das angebliche “Neutralitätsgebot” entgegen. Kurzfassung: Wir seien “zu politisch” und daher nicht erwünscht. Dazu haben wir > hier einige Artikel, die für solche Situationen bessere Argumente liefern.
Schulen, die Netzwerken wie bspw. “Schule gegen Rassismus, Schule mit Courage“ angeschlossen sind, können darüber angesprochen werden.
Presseberichte, in denen Schulen für demokratische Haltungen gelobt werden, können direkt genutzt werden, um die darin genannte Schule zu kontaktieren, sich darauf zu beziehen und ein OMA-Angebot zu platzieren.
Oft empfiehlt es sich auch, den Weg gar nicht zuerst über Schul- und Institutionsleitungen zu gehen, sondern die Zusammenarbeit mit den jungen Menschen selbst zu suchen. Jugendliche Organisationen, junge CSD-Teams, Schüler:innen-Vertretungen / Schulsprecher:innen, Jugendtreffs und Jugendparlamenten ist wichtig. Es erhöht die Akzeptanz und daraus ergibt sich dann schnell ein “Eigenbedarf”, den die Schülerinnen und Schüler wiederum in ihre Schulen tragen.
Warum sollten wir etwas anbieten?
- Demokratie lernen an Schulen bedeutet, demokratische Werte nicht nur als Theorie im Unterricht zu erarbeiten, sondern den Schulalltag als gelebte Praxis und erfahrbare Lebensform zu begreifen
- Mündigkeit fördern: Jugendliche sollen zu kritischen, verantwortungsbewussten und handlungsfähigen Bürger:innen heranwachsen.
- Selbstwirksamkeit erleben: Wer erfährt, dass die eigene Stimme zählt, engagiert sich später eher in der Gesellschaft.
- Gegen Extremismus: Laut der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) und dem Bundesministerium hilft eine klare demokratische Schulkultur dabei, Rassismus, Antisemitismus und antidemokratischen Haltungen aktiv zu widersprechen
Was können wir anbieten?
Nicht jedes Rad müssen wir neu erfinden. Es gibt eine ganze Reihe guter Beispiele, die wir als Vorlage nutzen und weiterentwickeln können, hier einige davon:
- Im kürzlichen Beitrag der Achimer OMAS ist ein interessantes “Speed-Dating” beschrieben
- Auch die OMAS Bremen-Nord haben ihre Schul-Erfahrungen geteilt
- Die OMAS Hamburg-Süd beschreiben hier eines ihrer Schulprojekte
- Die OMAS Rottenburg haben gleich eine ganze Reihe gestaltet: Zwei Generationen – Ein Ziel
- Auf unserer Seite “Tipps > Schule” findet Ihr eine umfangreiche Linksammlung
- Und in unseren “Buchtipps” gibt es einen Bereich “Kinder, Schule, Jugend, Junge Erwachsene” (der sich sicherlich noch unendlich erweitern liesse)
- In Volkshochschulen lassen sich Demokratiekurse einrichten, die durchaus auch von OMAS durchgeführt werden können. Interessanter Artikel:
https://www.ndr.de/nachrichten/info/wie-in-hamburg-demokratie-muskeln-trainiert-werden,demokratie-muskeln-100.html
… und was sind Eure Erfahrungen? Wir wissen, dass ganz viele OMAS hier bereits aktiv sind – teilt Euer Wissen mit uns und allen! Schreibt einfach an kontakt@ogrbund.de
Lasst uns gemeinsam weiter was bewegen, bleibt inspiriert und kreativ!
Sandra
OMAS GEGEN RECHTS Bundesweit
kontakt@ogrbund.de








