Hamburg-Eimsbüttel: Aus 1 wird 4 – die OMAS GEGEN RECHTS im Bezirk Eimsbüttel wachsen
Noch vor 1 ½ Jahren gab es im Bezirk Eimsbüttel in Hamburg eine OMA-Gruppe, die Gruppe Hamburg-West. Jetzt gibt es vier Gruppen: Eidelstedt, Eimsbüttel, Niendorf und West.
Es gibt sicher viele Gründe für das Anwachsen der OMAS GEGEN RECHTS im Bezirk. Einige will ich hier nennen:
Im Bezirk werden überwiegend SPD, Grüne und Linke gewählt. Hier wohnen rund 260 000 Menschen. In den meisten Stadtteilen leben Menschen aus der Mittelschicht, Bildung ist wichtig. Die OMAS sind anerkannt. Die Af* und andere rechtsextreme Gruppierungen erfahren hier wenig Zuspruch, wobei in den letzten Jahren auch hier offene Beschimpfungen zunehmen, wenn wir auf der Straße sind.
Wir OMAS sind im Bezirk viel auf der Straße. Alle Gruppen machen- inzwischen an verschiedenen Orten- mindestens monatlich einen Infostand und sprechen mit vielen Menschen. Auch auf einem Flohmarkt sind die OMAS ein Mal im Monat seit Jahren mit einem Stand sichtbar.
Uns ist die Verankerung im Bezirk wichtig. Auch deshalb sind wir OMAS in verschiedenen Netzwerken aktiv.
Im Netzwerk zu den Internationalen Wochen gegen Rassismus sind wir jetzt 4 Jahre dabei. Dieses Netzwerk umfasst Kirchen, Parteien, Stadtteil-Initiativen und Schulen). Im Rahmen dieses Netzwerkes haben wir sehr gut besuchte Veranstaltungen mit weiteren Kooperationspartnern (z.B. Rassismusbeauftragter des Hamburger Sportbundes, Vorsitzender der Türkischen Gemeinde, Parteienvertreter*innen) durchgeführt.
Im Netzwerk Monat des Gedenkens in Eimsbüttel sind auch Sportvereine dabei. Ein fester Bestandteil ist hier unsere Stolperstein-Aktion. Eimsbüttler*innen werden aufgefordert an verschiedenen Orten (Buchhandlungen, Sportvereine und Gyms, Stadtteiltreffs) die „Adressen“ von Stolpersteinen abzuholen und sie dann, versehen mit einer Putzanleitung, zu putzen. Inzwischen wollen mehr Einrichtiungen Abholstation sein als wir auf unserer Postkarte „unterbringen“. Im Rahmen der Veranstaltung zur Bücherverbrennung lesen wir Texte von verbrannten Schriftsteller*innen. Uns ist wichtig im Monat des Gedenkens nicht nur in die Vergangenheit zu schauen. Deshalb haben wir mal eine Veranstaltung mit der Forderung nach einem NSU-Untersuchungs-Ausschuss durchgeführt oder unter dem Titel „ Geschichte wiederholt sich- nicht (?) „ mit Parteienvertreter*innen (CDU;SPD;GRUNE;LINKE) und zwei Experten ( Historiker, Rechtsextremismus) zum Af* –Verbot diskutiert.
Selbstverständlich haben wir uns im Bezirk auch immer solidarisch mit Menschen gezeigt, die von Rechts angegriffen wurden. So mit einem queeren Lokaljournalisten, der von Rechten bedroht wurde oder einer Frau, die beim Putzen von Stolpersteinen körperlich angegriffen wurde. Hier konnten wir auch durch die Vermittlung eines Beratungs-Angebots helfen.
Wie können wir die Hemmschwelle sich gegen Rechts zu engagieren, senken? Das treibt uns um.
Eine Idee dazu war kürzlich ein Vortreffen, um gemeinsam zur Prüf-Demo zu fahren. Dies haben wir über Flyer, social media Kanäle, die lokale Presse angekündigt und tatsächlich kamen zu einem Treffpunkt, sechs Frauen, die sonst vielleicht nicht zur Demo gegangen wären.
All dies führt dazu, dass ich beim Einkaufen, beim Spazieren gehen usw. immer wieder OMAS begegne. Wir sind im Stadtteil angekommen.
Wichtig ist auch, wie wir unser OMA-Gruppenleben gestalten.
In „meiner“ Gruppe, der Gruppe Eimsbüttel, gibt es zu Beginn und am Ende immer eine gute Nachricht. Es gibt eine Check-in Frage (z.B.: Womit hast du dein erstes Geld verdient?), zum Kennenlernen. Dank der Unterstützung durch unsere Ukulele-Spieler*innen gelingt auch das gemeinsame Singen im Anschluss. Die Plenum-Arbeit ist sehr konzentriert und intensiv und durch die gute Gesprächsführung und die gute Vorbereitung schaffen wir das Programm in insgesamt zwei Stunden. Es sind so unterschiedliche, so tolle Frauen in unserer Gruppe (ok, wir haben auch ein paar tolle Männer) und es ist faszinierend, wie sich alle einbringen. Jede kann was und daraus wird was tolles Ganzes: Von Serienbriefen schreiben, Infostand gestalten, handarbeiten, Buttons herstellen, Rechtschreibung, Texte formulieren, netzwerken, Schilder basteln, social media bespielen, Bedenken anmelden (das ist auch wichtig) und und… Nach dem Plenum geht ein Teil in die Kneipe und unseren ersten Geburtstag haben wir im Sommer mit einem Picknick im Park gefeiert. All dies ist für den Zusammenhalt wichtig und hilft uns auch die unterschiedlichen Meinungen zu manchen Themen besser zu verstehen.
Aus 1 wird 5? Aus 1 wird 6?
Weitere OMA Gruppen sind im Bezirk möglich. Wobei wir auch gemerkt haben: Jede Gruppengründung ist für einige von uns mit Abschied von vertrauten OMAS verbunden. Auch dafür werden wir Antworten finden. Wir wollen ja alle: Hamburg bleibt stabil gegen Rechts.
Hilde von den







