Ostholstein: Offener Brief zum 27ten Januar
Schutzschild gegen Intoleranz
Im Januar 2026
Offener Brief der OMAS GEGEN RECHTS Ostholstein zum 27. Januar 1945
Am 27. Januar 1945 befreiten Soldaten der Roten Armee 7600 Überlebende aus dem Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. Nur 7 600… Über 1, 5 Millionen Menschen – Juden, Sinti und Roma, Behinderte, Homosexuelle, politisch Oppositionelle, Kriegsgefangene – waren in den Jahren zuvor dort ermordet worden. Und in anderen KZs ging das Morden der Nazis bis zum Kriegsende weiter…
Dennoch: Der 27. Januar steht wie kein anderes Datum für die Verpflichtung „Nie wieder ist jetzt“. Nur das Erinnern und die aktive Auseinandersetzung mit den Massenmorden der Nazis können die Basis für einen Schutzschild bilden. Einen Schutzschild gegen Völkerhass, Rassismus, Faschismus, Nationalsozialismus. Lassen Sie uns gemeinsam diesen Schutzschild festigen und ausbauen!
Dass dies gerade heute besonders dringend ist, zeigen die Angriffe auf jüdische Menschen, auf Geflüchtete, auf Dunkelhäutige, auf Muslime, auf Homosexuelle, Behinderte, psychisch Beeinträchtigte. Allzu oft – und leider immer öfter – werden sie beschimpft, bedroht und beleidigt, körperlich angegriffen, getötet. Und allzu viele Menschen schauen weg, statt sich schützend vor die Angegriffenen zu stellen oder zumindest zu protestieren. Dies in einem Land, in dem man es eigentlich besser wissen sollte…
Antisemitismus gedeiht sogar an Orten, an denen unsere Bildungs-Elite versammelt ist: An Universitäten werden jüdische Studenten von Kommilitonen ausgegrenzt, beleidigt, angegriffen. Dies mit der Begründung, dass das Regime in Israel im Gazastreifen Kriegsverbrechen an den Palästinensern begeht. Ja, das ist unerträglich! Aber nicht nur Menschen mit Abitur sollten wissen, dass ihr jüdischer Kollege oder Nachbar nichts zu diesem Völkermord beiträgt. Differenzieren statt Pauschalisieren ist angezeigt. Dringend!
Dringend angezeigt ist es auch, genau hinzusehen und hinzuhören, wie im Alltag miteinander umgegangen und kommuniziert wird. Rücksichtslosigkeit, Egoismus und Aggression an öffentlichen Orten und auf den Straßen – und im Netz – sind keine Ausnahme mehr. Auch ist die Verrohung der Sprache längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Unsagbares wird gesagt, ohne dass Widerspruch laut wird. Darum ist ein deutliches „Stopp“ angezeigt, wenn Menschenverachtendes geäußert wird.
Denn: Die Würde des Menschen ist unantastbar – egal, welchen Glaubens, welcher Herkunft, welcher sexuellen Orientierung. Ob unsere Haut braun, schwarz, gelb, rosa oder kalkweiß ist, die Augenfarbe braun, blau, schwarz oder grün – wir sind alle Menschen, und alle Menschen sind gleich viel wert!
Damit diese Überzeugung sich in unserem täglichen Handeln ausdrückt, müssen wir gemeinsam den Schutzschild gegen Intoleranz, Fremdenhass, Rassismus und Antisemitismus festigen und weiter ausbauen. Nicht nur am 27. Januar! Seien Sie dabei!
Ihre Oma Sigrid und Oma Elke
OMAS GEGEN RECHTS Ostholstein (Eutin, Plön und Umgebung)
Kontakt: omasgegenrechtsoh@web.de







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