Buxtehude: Aufruf zum 27. Januar
AUSSCHWITZ BEGANN NICHT MIT GASKAMMERN – ES BEGANN MIT AUSGRENZUNG
AUFRUF DER OMAS GEGEN RECHTS BUXTEHUDE ZUM 27. JANUAR
Am 27. Januar 1945 befreiten Soldaten der Roten Armee die letzten Überlebenden des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau. Nur noch rund 7.600 Menschen lebten. Mehr als 1,1 Millionen waren zuvor dort ermordet worden – Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma, Menschen mit Behinderungen, Homosexuelle, politisch Verfolgte, Kriegsgefangene. Und bis zum Ende des Krieges ging das Morden in anderen Lagern weiter.
Der 27. Januar ist deshalb mehr als ein historisches Datum.
Er ist eine Verpflichtung.
„NIE WIEDER“ IST KEIN SATZ DER VERGANGENHEIT – ER RICHTET SICH AN UNS HEUTE.
Und genau deshalb dürfen wir nicht übersehen, was sich gegenwärtig in unserem Land abzeichnet. Rechtsextreme Einstellungen gewinnen wieder an Boden, besonders unter jungen Menschen. In den vergangenen Monaten wurden neue rechtsextreme Jugendorganisationen gegründet, die gezielt Hass, Ausgrenzung und Gewalt verherrlichen.
Ebenso alarmierend sind aktuelle Ermittlungen gegen SoldatInnen der Bundeswehr wegen rechtsextremer Umtriebe. Wenn Menschen, die einen Eid auf unsere Verfassung geschworen haben, durch menschenverachtende Ideologien auffallen, zeigt das: Unsere Demokratie ist zerbrechlich.
SIE BRAUCHT HALTUNG, KLARE GRENZEN UND WIDERSPRUCH – ÜBERALL.
Besorgniserregend ist auch, wie oft menschenverachtende Worte unbeantwortet bleiben. Schweigen schützt nicht – es ermutigt.
AUCH KONKRET VOR ORT: Auf dem Weihnachtsmarkt in Otterndorf im Landkreis Cuxhaven wurde im Dezember 2025 mehrfach rechtsextremistische Musik mit volksverhetzenden und antisemitischen Texten abgespielt – ein Vorfall, bei dem der Staatsschutz ermittelte. Auch dieses Ereignis zeigt, wie nahe menschenverachtende Ideologien kommen können und wie wichtig Aufmerksamkeit und Zivilcourage sind.
Parallel dazu erleben wir im Alltag eine deutliche Verrohung in vielerlei Ausprägung. Menschen werden wegen ihrer Herkunft, ihres Glaubens, ihrer Hautfarbe, ihrer sexuellen Identität oder einer Behinderung beleidigt, bedroht oder angegriffen. Antisemitische Vorfälle nehmen zu – offen auf der Straße, subtil im Netz, manchmal getarnt als vermeintliche „Meinung“. Politische Konflikte werden benutzt, um Menschen pauschal verantwortlich zu machen. DAS IST GEFÄHRLICH – UND ES IST FALSCH. Kritik an staatlichem Handeln rechtfertigt niemals Hass auf Menschen.
Unser Grundgesetz ist hier eindeutig:
DIE WÜRDE DES MENSCHEN IST UNANTASTBAR.
Ohne Einschränkung. Ohne Ausnahme.
Der 27. Januar erinnert uns daran, wohin Ausgrenzung, Gleichgültigkeit und Hass führen können. Erinnern allein reicht jedoch nicht. Es muss sich im Handeln zeigen – im Alltag, im Gespräch, im klaren „Stopp“, wenn Menschen verächtlich gemacht werden.
Deshalb rufen wir dazu auf, den Schutzschild gegen Intoleranz, Rassismus, Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit zu stärken.
Nicht nur am 27. Januar.
Nicht irgendwann.
Sondern jetzt und jederzeit.
OMAS GEGEN RECHTS Buxtehude
Kontakt: omasgegenrechts-buxtehude@posteo.de








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