Dithmarschen: „Narzissen statt Nazis“ 14.3.26 in Heide
Am 14.03.2026 veranstaltete die Af* in Heide / Dithmarschen einen „Bürgerdialog“ im Bürgerhaus. Die OMAS GEGEN RECHTS Dithmarschen meldeten daraufhin eine Kundgebung unweit vom Bürgerhaus direkt vor dem Heider Rathaus an.
Unter dem Motto „Nazis statt Narzissen“ luden wir zu einem wirklichen Dialog mit den Bürgern aus Dithmarschen ein.
Jutta eröffnete mit den Worten:
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Moin!
Wir OMAS GEGEN RECHTS aus Dithmarschen freuen uns sehr, dass so viele aufrechte und liebe Menschen heute unserer Einladung hier nach Heide gefolgt sind.
Heute geht es um Dialog, darum einander zuzuhören, zu lernen und gemeinsam positive Wege zu finden, wie wir unser aller Demokratie stärken und solch Veranstaltungen wie dort drüben im Bürgerhaus entgegenwirken können. Analog… Auge in Auge und miteinander. Darauf freuen wir uns.
Ihr alle habt euch heute auf den Weg gemacht, um hier und heute mit eurer Präsenz auch ein Signal zu setzen… gegen Hass, Hetze, Ausgrenzung, … gegen eine Partei, die unser aller freiheitlich demokratischen Leben in diesem Land massiv gefährdet. Gegen eine Politik, die unsere Kinder und Jugendlichen benutzt für ihren miesen, menschenverachtenden Populismus.
Es ist aktuell schwer auszuhalten … all die schlechten Nachrichten aus aller Welt sind grad nur leidlich zu ertragen. Oftmals fühlt man sich hilf- und machtlos ob dieser ganzen Idioten da draußen. Man möchte manchmal auch verzweifeln und einfach mal Rosamunde Pilcher gucken.
Darum ist es umso wichtiger, dass wir gemeinsam vor die eigene Haustür gucken, dass wir uns aktiv einsetzen, wenn unsere „heile“ Welt ins Wanken gerät und dagegenhalten.
Dort drüben im Bürgerhaus wankt es gerade ganz gewaltig. Dort werden jetzt gerade in diesem Moment Ideologien und ein Weltbild transportiert, welches mit unserer Auffassung, mit unseren Erfahrungen von einem freien, demokratischen und friedlichen Leben aller Menschen in diesem Land nicht vereinbar sind.
Wir können – gerade weil wir in einer Demokratie leben – diese Veranstaltung da drüben nicht verhindern.
Was wir aber können ist, daran Anstoß zu nehmen und diese üblen Machenschaften zu entlarven.
Wir müssen diese Dinge richtig stellen, wir müssen Aufklärungsarbeit leisten und immer und immer und immer wieder stabil und aufrecht gegen diesen rechten Scheiss aufstehen und dagegen halten.
Heute dann eben mal mit dem Stilmittel Narzissen … Warum auch nicht ?
Ich wünsche uns allen nun eine fröhliche und bunte Kundgebung, gute Gespräche, viele interessante Begegnungen und ich wünsche Euch ebenfalls Energie und Kraft, weiterhin mit uns an Eurer Seite für diese Werte einzustehen und stabil zu bleiben. Hier heute vor dem Rathaus, aber eben auch zu Hause innerhalb der Familie, im Freundeskreis, bei der Arbeit.
Das ist nicht immer leicht, aber es ist wichtig.
Und ich möchte Euch noch um eines bitten:
Wenn ihr im – so oft in letzter Zeit zitierten – Stadtbild eine Person trefft, mit einem Button, jemanden mit Regenbogensocken, eine Person mit einen fck-Af*-T-Shirt … dann schenkt dieser Person ein breites Grinsen. Im besten Falle sprecht diesen Menschen an und signalisiert euren Support.
Dieser Multiplikator ist unsere gemeinsame große Superkraft.
Danke, dass ihr heute hier seid, danke für eure Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, zuzuhören und Euch mitzuteilen. Lasst uns mutig, fröhlich und entschlossen sein – für eine inklusive, faire, bunte und lebendige Demokratie.
Denn: DEMOKRATIE ist aus Erfahrung GUT! WIR OMAS sind aus Erfahrung GUT!
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Nach weiteren Klartext-Wortbeiträgen vom Bürgermeister aus Heide, der stellvertretenen Kreistagspräsidentin sowie der Pastorin wurde gemeinsam mit den Teilnehmenden der Kundgebung zu Gitarrenmusik gesungen. Vielen Dank an Karsten an dieser Stelle für die großartige musikalische Unterstützung und die positive Energie, die damit verbreitet wird.
Im zweiten Teil dann bekamen die Teilnehmer der Kundgebung die Möglichkeit, selbst an das Mikro zu treten und ihre Gedanken, Gefühle und auch Ängste mitzuteilen. So geht Dialog.
Eine Mitstreiterin aus „Dithmarschen ist bunt“ fand wunderbare motivierende Worte für alle Anwesenden und großes Lob für die OMAS GEGEN RECHTS für ihre oft tatkräftige und unkomplizierte Haltung, wenn es darum geht, „schnell mal was auf die Beine zu stellen“.
Eine junge Mutter mit Baby in der Trage berichtete, wie froh sie sei, für sich und ihre kleine Tochter Gleichgesinnte in ihrer Stadt zu wissen.
Ein junger Vater verwies auf seine (hier gerade rumtobenden) drei guten Gründe, hier und heute aufzustehen und Haltung zu zeigen.
Eine ältere Dame – aus Argentinien stammend – berichtete sehr eindringlich davon, wie es ist, in einem undemokratischen Land zu leben.
Und noch einige mehr.
Danach kam man ins Gespräch und genoss die fröhliche Stimmung inmitten gleichgesinnter Antifaschisten. Es wurden Narzissen verteilt, welche mit kleinen Flyern „Narzissen statt Nazis“ verziert waren.
Gleichzeitig fand im Bürgerhaus besagter „alternativer Af*-Bürgerdialog“ statt. Die Redner sprachen davon, auf Daniel Günther Jagd machen zu wollen sowie davon, den „Sumpf da draussen trocken zu legen“. Damit waren unstreitig die Gegendemonstranten gemeint, Also auch wir, also auch bereits oben erwähnte junge Mutter, der Bürgermeister, die Pastorin, der junge Vater, die stellvertretene Kreistagspräsidentin und natürlich wir OMAS sowie alle anderen aufrechten demokratischen Bürgerinnen und Bürger, die sich an diesem Tag in Heide versammelt haben, um ihrem Unmut über die Geschehnisse im Bürgerhaus Raum zu geben.
Vor dem Bürgerhaus direkt versammelten sich weiter antifaschistische Gruppierungen. Ein relativ aufwändiges übergeordnetes Polizeiaufgebot war ebenfalls anwesend. Es gab keine weiteren nennenswerten Vorkommnisse. Es wurde wohl bereits vor der Veranstaltung die Hintertür des Bürgerhauses mit einem antifaschistischem Schriftzug verziert. Diesbezüglich laufen entsprechende Ermittlungen wegen Sachbeschädigung.
Ein Teilnehmer der Veranstaltung im Bürgerhaus glaubte, seine MItgliedschaft bei der Af* reiche aus, um auf einem Behindertenparkplatz zu parken. Dem war nicht so … das wurde dann teuer für ihn 🙂
OMAS GEGEN RECHTS Dithmarschen
Kontakt: omasgegenrechts-dithmarschen@web.de






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