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<< zurück | Post ID # 39861 | 24.08.2026

Buxtehude: Schwarz-Rot-Gold gehört uns allen

Wer heute in Deutschland eine schwarz-rot-goldene Flagge zeigt, erlebt oft widersprüchliche Reaktionen.

Viele Menschen zögern. Sie möchten nicht mit Nationalismus in Verbindung gebracht werden. Andere wiederum schwenken die Flagge ganz selbstverständlich – bei Sportereignissen oder an nationalen Feiertagen. Gleichzeitig nutzen rechtspopulistische und rechtsextreme Gruppen die deutschen Farben zunehmend als Erkennungszeichen ihrer politischen Inszenierung.

Genau diese Entwicklung hat uns als OMAS GEGEN RECHTS Buxtehude beschäftigt.

Warum fällt es vielen Demokratinnen und Demokraten so schwer, unsere Flagge zu zeigen? Und wofür steht Schwarz-Rot-Gold eigentlich?

Mit unserem Flyer wollten wir diesen Fragen nachgehen. Dabei haben wir festgestellt: Die Geschichte unserer Nationalfarben ist viel spannender – und viel demokratischer –, als viele Menschen vermuten.

Schwarz-Rot-Gold entstand nicht als Symbol von Macht oder militärischer Größe. Die Farben gehen auf das Lützower Freikorps in den Befreiungskriegen zurück und wurden schon wenige Jahre später von den frühen Demokratiebewegungen übernommen. Beim Hambacher Fest 1832 standen sie für Pressefreiheit, Bürgerrechte, nationale Einheit und ein friedliches Europa. 1848 wurden sie von der Frankfurter Nationalversammlung zu den deutschen Nationalfarben erklärt – als Symbol einer freiheitlichen Verfassung.

Nach der nationalsozialistischen Diktatur knüpfte das Grundgesetz 1949 bewusst an diese demokratische Tradition an. Schwarz-Rot-Gold wurde erneut zur Flagge der Bundesrepublik Deutschland – als Zeichen von Freiheit, Menschenwürde und Rechtsstaatlichkeit.

Gerade deshalb lohnt sich ein Blick auf die Geschichte des Nationalsozialismus. Die Nationalsozialisten übernahmen nicht Schwarz-Rot-Gold, sondern ersetzten die demokratischen Farben 1935 offiziell durch die Hakenkreuzflagge in Rot, Weiß und Schwarz. Damit brachen sie bewusst mit der demokratischen Tradition der Weimarer Republik.

Heute beobachten wir jedoch, dass demokratische Symbole zunehmend falsch politisch vereinnahmt werden. Manche rechtsextreme Akteure inszenieren sich mit der deutschen Flagge, mit historischen Symbolen oder versuchen, Persönlichkeiten und Opfer des Nationalsozialismus für ihre eigene Propaganda umzudeuten.

Dazu gehören auch gezielte Provokationen. Immer wieder werden Gedenkorte für politische Inszenierungen genutzt oder historische Persönlichkeiten aus ihrem Zusammenhang gerissen. Besonders verstörend war ein Wahlplakat der Af*, auf dem das Bild von Sophie Scholl verwendet wurde. Die Geschwister Scholl stehen weltweit stellvertretend für den Widerstand gegen das NS Regime. Ihre Geschichte für parteipolitische Zwecke einzusetzen, wurde von zahlreichen Historikerinnen, Historikern und Gedenkstätten scharf kritisiert. (Anm. d. Red.: Das Plakat mit einem Bild von Sophie Scholl, einem aus dem Zusammenhang gerissenen Zitat und dem Slogan „Sophie Scholl würde Af* wählen“ ist inzwischen verboten. Darum wird es hier nicht abgebildet.)

Wir lassen uns aber nicht derart provozieren und werden unsere demokratischen Symbole auch nicht für solche Zwecke hergeben.

Die Flagge gehört allen Menschen, die die Werte unseres Grundgesetzes teilen: Freiheit, Gleichheit, Menschenwürde, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie.

Es ist daher vor allem auch unsere Flagge.

OMAS GEGEN RECHTS Buxtehude
Kontakt: omasgegenrechts-buxtehude@posteo.de

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