<< zurück | Post ID # 36341 | 06.07.2026

# Warum "Gegen Rechts" wichtig ist und bleibt.

Wir alle kennen die Diskussionen, ob der Titel "Gegen Rechts" noch tragbar ist - oder nicht besser "für ..." heißen sollte.

Kürzlich hat der Leiter eines befreundeten Bündnisses gegen Rechts dazu folgendes Statement geschrieben, das wir hier (anonymisiert) mit Euch teilen dürfen:

Ich habe gestern noch ein Gespräch mit ... vom Verein ... geführt. Er sagte mir, dass er unsere Inhalte persönlich voll mitträgt. Gleichzeitig sei er sich aber nicht sicher, ob seine eher rechtsnahen Freunde im Verein oder auch Af*-Wähler in seinem Umfeld diesen Weg mitgehen würden.

Ich habe ihm darauf geantwortet, dass wir unser Bündnis nicht nach den Befindlichkeiten einzelner Personen oder Gruppen ausrichten können. Wir gründen dieses Bündnis, um Haltung zu zeigen – klar, glaubwürdig und ohne uns danach zu richten, wem das gefällt oder nicht. Das konnte er nachvollziehen. 

Das Gespräch war insgesamt freundlich und respektvoll. Trotzdem weiß ich, dass es mit einer Beteiligung des Vereins dann wohl nicht zu rechnen ist.

Ich finde Diskussionen über Inhalte und Auftreten überhaupt nicht schlimm – im Gegenteil. Sie gehören zu einem demokratischen Prozess dazu. Was mich viel mehr beschäftigt, ist die enorme Überwindung, die viele Menschen offenbar brauchen, um sich klar gegen Rechts zu positionieren. Es wirkt teilweise so, als müsse man sich dafür rechtfertigen oder entschuldigen. Genau das darf nicht der Normalzustand sein.

Das hat mich ehrlich gesagt nur noch motivierter gemacht. Ich bin jetzt umso entschlossener, dieses Bündnis aufzubauen. Die Diskussion hat mir noch einmal deutlich vor Augen geführt, dass wir gerade auch in unserem Ort ein echtes rechtes Problem haben. Ich meine damit nicht nur die Af*, sondern auch die Passivität, die Verunsicherung und die Angst vieler Menschen, rechten Positionen oder einem entsprechenden gesellschaftlichen Klima offen entgegenzutreten. Man hat eindeutig Angst zu stören und nimmt die tatsächliche Bedrohung hin, aus Angst oder Bequemlichkeit.

Faschismus ist keine Meinung. Er ist ein Angriff auf Demokratie und Menschenwürde. Der Einsatz gegen Faschismus muss deshalb stärker sein als jede Angst vor Gegenwind oder der Wunsch, es allen recht zu machen. Haltung zeigt sich gerade dann, wenn sie unbequem ist.

Starke Ansage. Genau SO.

Sandra

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