Hamburg: Statement der OMAS GEGEN RECHTS zum Berliner CSD Anschlag
Von den OMAS GEGEN RECHTS Hamburg erreichte uns folgendes Statement zum Anschlag auf den CSD Berlin, das wir 100% unterstützen:
Wir OMAS GEGEN RECHTS sind die größte zivilgesellschaftliche Frauenbewegung, die sich gegen Rechtsextremismus und für Demokratie einsetzt. Wir fordern gleiche Rechte für alle Menschen, egal, wie sie aussehen, wen oder wie sie lieben, wie sie leben, woher sie kommen, an wen oder was sie glauben oder welche Fähigkeiten sie haben. Unsere Verbundenheit gilt allen, denen ihr Wert und ihre Würde abgesprochen werden und die, wie aktuell schmerzlich wieder erfahrbarer, in ihrer Existenz bedroht werden.
Wir Menschen in der Initiative OMAS GEGEN RECHTS sind ebenfalls bunt: queer oder nicht, konservativ, progressiv und vereint in einer gemeinsamen Überzeugung, die in unseren Grundsätzen niedergelegt ist. Uns mit der queeren Community zu solidarisieren, gehört zu unserem Selbstverständnis. Das laut auf die Straße zu tragen und an der Seite derer zu stehen, die angegriffen werden, ist unser Anliegen.
Uns alle haben die Nachrichten vom Anschlag auf den Berliner CSD schockiert. Wenn der Hass einzelner Menschen auf die Lebensweise anderer solche Ausmaße annimmt, dass ein Auto als Waffe benutzt wird, kann das nichts anderes als Bestürzung hervorrufen. Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der getöteten Frau, unsere guten Wünsche bei den Verletzten, allen Zugehörigen sowie allen, die diese schreckliche Tat direkt erleben mussten.
Und wie Manuel Opitz von Hamburg Pride so richtig gesagt hat: Jetzt erst recht. Wir lassen uns nicht einschüchtern. Wir lassen uns nicht spalten. Wir werden mit noch mehr Menschen die Community unterstützen, wir lassen den Terror nicht gewinnen.
Unsere offene Gesellschaft ist nicht von selbst entstanden, sondern alle Rechte, die uns heute selbstverständlich scheinen, sind gegen Widerstände durchgesetzt und erkämpft worden. Und wir werden sie immer wieder gegen alle Widerstände verteidigen.
Genau dafür stehen wir immer richtig an der Seite derer, deren Rechte beschnitten oder ihnen abgesprochen werden. Das ist unsere Botschaft. Freiheitsrechte werden von uns in jedem Fall unterstützt. Wir möchten an der Seite derer stehen, die genau jetzt spüren, dass ihre Rechte missachtet werden.
Wir werden am Samstag (01.08.26) in Hamburg mit Hamburg Pride ein riesiges Fest feiern, das genau diese Botschaft in die Welt sendet.
Wir OMAS GEGEN RECHTS haben als ältere Frauen, die von der Gesellschaft oft unterschätzt werden, vor allem einen unendlichen Schatz an Erfahrungen. Wir haben für Frauen- und andere Rechte gestritten, Berufe erlernt und ausgeübt, Kinder erzogen, Familienangehörige gepflegt, Ehrenämter ausgeübt, und so unendlich viel mehr. Wir wissen, dass es viel größere Gefahren im Leben gibt, als an einem CSD teilzunehmen. Ein risikofreies Leben gibt es nicht. Deshalb sind für uns Sicherheitsmaßnahmen selbstverständlich. Wir informieren uns im Vorwege gut, gehen immer in Gruppen, geben aufeinander acht, insbesondere auf die Schwächeren, die auch ihre Meinung öffentlich machen wollen. Wir machen uns Sorgen, ob unsere Beine uns über die gesamte Wegstrecke tragen – aber noch viel mehr um die Lebensumstände, in denen unsere Kinder und Kindeskinder werden leben müssen, wenn wir dem Hass jetzt nichts entgegensetzen.
Allen, die sich Gedanken machen, ob sie am nächsten Samstag zum CSD in Hamburg kommen, sagen wir: Ja, kommt alle. Feiert mit uns die Liebe, das Leben und die Freiheit und lasst Euch nicht einschüchtern.
Wiebke von den OMAS GEGEN RECHTS
mit Unterstützung der Hamburger Regionalgruppen
Hamburg – Alstertal
Hamburg – Barmbek
Hamburg – Bergedorf
Hamburg – Eimsbüttel
Hamburg – Niendorf
Hamburg – Ottensen
Hamburg – Poppenbüttel
Hamburg – St. Georg
Hamburg – St. Pauli
Hamburg – Süd
Hamburg – West






