Solidarität mit Opfern rechter Gewalt
Grundgesetz, kennste?
Nee, offensichtlich nicht. Gerade die, die das „Deutsch-Sein“ fĂĽr sich beanspruchen, treten die wichtigste Grundlage unseres Zusammenlebens immer wieder mit FĂĽssen. Einmal Nachsitzen:
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- Die WĂĽrde des Menschen ist unantastbar.
Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt. - Das deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.
- Die WĂĽrde des Menschen ist unantastbar.
Nochmal laut für alle: DIE WÜRDE DES MENSCHEN IST UNANSTASTBAR. DAS ist die Maxime, unter der wir hier alle zusammen leben, DAS ist Deutschland.
Die Wirklichkeit sieht anders aus:
Neben widerlichen Abschiebephantasien und einer Haltung, die uns demokratisch denkenden Menschen einfach zuwider ist, bedeuten rechte und rechtsextreme Ideologien eine ganz konkrete Bedrohung. FĂĽr ALLE. FĂĽr Menschen anderer Herkunft ebenso wie alle Andersdenkenden. Die Zahlen (u.a. beim => Verfassungsschutz, => Statista, => BMI, => DW) sprechen Bände. Das NS Dokuzentrum MĂĽnchen hat „Rechte Gewalt“ sogar zum Jahresschwerpunkt gemacht (=> zeit.de, => NS Dokuzentrum MĂĽnchen)
Einen aktuellen Fall berichten die OMAs aus Hamburg:
Bei einer Freundin von uns um die Ecke wurde am Montag eine schwarze Familie (zwei kleine Kinder, 3+5) rassistisch bedroht. Der Kinderwagen wurde abgefackelt, gammeliger MĂĽll vor die WohnungstĂĽr gekippt, an die TĂĽr wurden auĂźerdem AfD- Plakate (“ töten oder nach Afrika prĂĽgeln“) geklebt.
Unser bisher sehr inspirierendes, kulturell sehr reiches Leben hier auf dem Eck wird anscheinend bedroht. Die Familie sowie enge Freunde leben seitdem in Angst. Wir sind alle vollkommen geschockt, wie nah dieser Mist plötzlich rückt. Der Staatsschutz ermittelt bereits.
Wir wollen nicht, dass hier bald mehr brennt als ein Kinderwagen.
Es ist nicht zu fassen – 2024 in Deutschland!
Reaktionen
Es wurde reagiert – bei einer Solidaritätsveranstaltung kamen gestern mehrere Hundert Menschen zusammen:
=> NDR: Wieder Hunderte bei Demo in HH Ottensen
Wir mĂĽssen aber aus dem Re-Agieren herauskommen. Wir mĂĽssen AGIEREN, um KĂĽnftiges, Weiteres und Schlimmeres zu verhindern.
DafĂĽr sind wir OMAS GEGEN RECHTS unterwegs, schon lange vor den aktuellen Demos, jetzt erst recht – und immer weiter.
Unser Aufgaben sind klar:
- all jenen, die noch zugänglich sind, den Weg zurück in demokratische Strukturen zu ermöglichen.
- als Multiplikatorinnen mit Argumenten gegen Rechts zu dienen – bedeutet: unser Wissen zu verbreiten, uns einzubringen, zu diskutieren und zu unterstĂĽtzen – ob in Schulen, Arbeitsgemeinschaften, interessierten Gruppen …
- allen, die sich mit uns für demokratische, menschenfreundliche Werte einsetzen, den Rücken zu stärken.
- denen, die von Rechts bedroht werden, zur Seite zu stehen.
- uns in jeder Hinsicht fĂĽr ein besseres Miteinander einzusetzen.
Das muss nicht bedeuten, dass wir uns „alle lieb haben“ – aber es bedeutet eindeutig, dass wir das Miteinander-Reden, das aktive Diskutieren und eine angemessene, respektvolle Streitkultur fördern und unterstĂĽtzen mĂĽssen, um gemeinsame Lösungen zu finden.
Ja, wir haben Probleme. Nein, es läuft nicht alles „rund“ im Staat. Also arbeiten wir daran, aber wir zeigen nicht mit dem Finger auf die Schwächeren. Weder Schuldzuweisungen, noch die Rufe nach einer „starken Hand“ und schon gar keine Gewalt fĂĽhren jemals zum Ziel. Es gibt bessere „Alternativen“. Wir haben die längste Erfahrung – nutzen wir sie!
Unser MitgefĂĽhl gilt allen Opfern – dieser und anderer rechter Gewalttaten. Aber MitgefĂĽhl allein reicht nicht, unser aktives Eintreten ist jederzeit gefragt.
Aufstehen, laut bleiben, dran bleiben – es ist so wichtig!
Euer WebTeam
OMAS GEGEN RECHT Nord






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