<< zurück | Post ID # 36297 | 05.07.2026

Erfurt: Sichtbar. Solidarisch. Entschlossen.

(Bilder siehe unten als Galerie)

Wenn wir OMAS GEGEN RECHTS unterwegs sind, dann sind wir nicht zu übersehen. Auch in Erfurt war das so. Überall tauchten sie auf: die weißen Westen, die weißen Schirme mit den großen schwarzen Lettern OMAS GEGEN RECHTS. Ob auf den Sammelplätzen, in den Straßen oder auf dem Weg zu den Kundgebungen – wir waren sichtbar. Und wir waren viele.

Anlass unseres Protests war der Bundesparteitag der AfD, der am 4. Juli in Thüringen stattfand – einem Datum, das in der deutschen Geschichte eine belastete symbolische Dimension hat.

Am 4. Juli 1926 fand in Weimar der sogenannte „Reichsparteitag“ der NSDAP statt, einer frühen Großveranstaltung der Nationalsozialisten in der Weimarer Republik. Dieser Ort und diese Zeit markieren einen Abschnitt, in dem antidemokratische Kräfte begannen, sich öffentlich zu organisieren und zu inszenieren. Vor diesem Hintergrund wird die zeitliche Nähe solcher politischen Versammlungen heute von vielen nicht als zufällig, sondern als historisch aufgeladen wahrgenommen – insbesondere, wenn sie erneut in Thüringen stattfinden, einer Region, die damals wie heute Schauplatz politischer Auseinandersetzungen ist.

Aus zahlreichen Regionen und Gruppen waren OMAS nach Erfurt gekommen, um gemeinsam gegen den Bundesparteitag der AfD zu demonstrieren. Manche hatten eine lange Anreise hinter sich, andere waren bereits am Vortag angekommen und natürlich waren auch die OMAS aus den Region da. Was uns verband, war die Überzeugung, dass Demokratie, Menschenwürde und gesellschaftlicher Zusammenhalt nicht selbstverständlich sind, sondern jeden Tag aufs Neue verteidigt werden müssen.

Besonders beeindruckend war die Herzlichkeit untereinander. Wo sich OMAS begegneten, wurde gelacht, umarmt, unterstützt und füreinander gesorgt. Neue Gesichter wurden sofort in die Gemeinschaft aufgenommen. Ein ganz besonderes Dankeschön an die OMAS aus Leipzig, die mich als OMA aus OWL in ihrer Mitte aufgenommen haben und an anderer Stelle erfuhr ich dass eine OMA aus Ulm in der Unterkunft der Hamburger:innen ein Plätzchen gefunden hat. Genau diese Mischung aus Wärme, Solidarität und Entschlossenheit macht unsere Bewegung aus. Und gerade wenn es in der Gesellschaft immer kälter wird, braucht es diese Inseln, die stark uns machen.

Gleichzeitig war überall spürbar, mit welcher Klarheit die OMAS Haltung zeigen. Viele Demonstrierende, besonders junge Menschen, suchten das Gespräch mit uns, bedankten sich für unser Engagement oder zeigten ihre Freude darüber, dass wir gemeinsam mit ihnen auf der Straße sind. Das macht Mut. Es zeigt, dass unser Einsatz gesehen und geschätzt wird und dass generationsübergreifender Protest ein starkes Zeichen für unsere Demokratie ist.

Ein herzliches Dankeschön gilt den OMAS GEGEN RECHTS Erfurt. Mit großem Engagement haben sie dazu beigetragen, dass sich die vielen angereisten Gruppen willkommen fühlten. Solche Tage gelingen nur, wenn im Hintergrund unzählige Menschen organisieren, koordinieren und an alles denken. Dafür gebührt ihnen unser großer Respekt und Dank.

Nach Angaben der Polizei demonstrierten rund 31.000 Menschen in Erfurt, die Veranstaltenden sprechen von etwa 50.000. Unabhängig von der genauen Zahl wurde deutlich: Der Protest war groß und vielfältig. Angesichts der vielen Teilnehmenden verlief die Demonstration überwiegend friedlich, auch wenn es an einzelnen Stellen zu Auseinandersetzungen mit der Polizei kam. Die Frage der Verhältnismäßigkeit ist an anderer Stelle zu entscheiden.

Bedauerlich bleibt, dass der Parteitag wie geplant stattfinden konnte, nachdem die Delegierten bereits vor Beginn der Blockaden unter Polizeischutz auf das Gelände gebracht worden waren. Auch hier stellt sich die Frage der Verhältnismäßigkeit.

Für uns OMAS GEGEN RECHTS war dieser Tag dennoch weit mehr als eine Demonstration. Er war ein sichtbares Zeichen dafür, dass wir bundesweit zusammenstehen. Dass wir uns gegenseitig stärken. Und dass wir nicht müde werden, für Demokratie, Vielfalt und Menschenwürde einzutreten.

Wir OMAs wissen, dass Zukunft Verantwortung bedeutet. Deshalb bleiben wir laut und sichtbar. Und deshalb werden wir auch künftig überall dort sein, wo unsere Demokratie unsere Stimme braucht.

OMA Anja aus Gütersloh

OMAS GEGEN RECHTS Gütersloh
Kontakt: omasgegenrechtsowl@gmail.com

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Ergänzung der Red.: Weitere Bilder, die uns zur Verfügung gestellt wurden (vielen Dank!)

 

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