# Eure Geschichten sind gefragt!
Uns erreichte folgender Aufruf, den wir hier mit Euch teilen dürfen – bitte nehmen bei Interesse direkt Kontakt auf (leskerchristin@gmail.com)
==========
Liebe Omas gegen Rechts,
mein Name ist Christin Lesker, ich bin freie Journalistin und arbeite aktuell an einer Protokoll-Reihe für das Gesellschaftsressort der Süddeutschen Zeitung.
In dieser Reihe möchte ich Frauen aus ganz unterschiedlichen Generationen und Lebenswelten zu Wort kommen lassen, die in ihrem Leben einen vermeintlich kleinen, aber für sie selbst entscheidenden feministischen Schritt gegangen sind. Es geht mir um die stillen, vielleicht unbemerkten Alltags-Errungenschaften – um Frauen, die sich ein Stück Freiheit außerhalb der klassischen, weiblichen Rollenerwartung erkämpft haben.
Die Idee dazu kam mir durch eine Begegnung in einer Jugendherberge: Ich traf dort Anja (41), die seit 20 Jahren das Leben ihrer Familie gemanagt hat – Haushalt, Kinder, Arzttermine, Hausaufgaben. Sie hat das gerne gemacht, aber Anfang des Jahres wurde ihr klar, dass sich ihr Leben nur noch um die Bedürfnisse anderer dreht. Sie traf die für sie radikale Entscheidung, eine Woche lang ganz alleine wandern zu gehen und als Höhepunkt das erste Mal allein in die Oper zu gehen – das schwarze Abendkleid dafür hatte sie die ganze Zeit im Wanderrucksack dabei.
Ich suche nun nach weiteren, so aus dem Leben gegriffenen Geschichten – von Frauen in ganz unterschiedlichen Lebensrealitäten, aus unterschiedlichen Generationen.
Hier einige Beispiele aus meinem Umfeld, die verdeutlichen sollen, was ich meine:
- Eine Frau, die angefangen hat, sich im Alltag keinen Platz mehr nehmen zu lassen – sei es beim Manspreading in der Bahn oder beim Wort-Abschneiden im Arbeits-Meeting.
- Eine Frau, die nie ein eigenes Konto hatte und sich nach dem Tod ihres Mannes zum ersten Mal etwas nur für sich kauft.
- Eine Frau, die ein Abitur gemacht oder studiert hat, obwohl ihre Familie erwartet hat, dass sie „nur“ Hausfrau und Mutter wird.
- Eine Frau, die sich traut, ihr Lieblingskleid zu tragen, obwohl alle sagen, es passe nicht zu ihrer Figur.
Das sind alles nur Beispiele, um ein Bild der Idee zu vermitteln – am Ende hat jede Frau ihre ganz eigene Geschichte zu erzählen.
Da sich bei euch so viele engagierte, starke Frauen zusammengeschlossen haben, würde ich mich riesig freuen, wenn ihr meine Anfrage in euren Verteilern, Regionalgruppen oder Newslettern teilen könntet.
Noch kurz zum Format: Der Artikel wird eine Protokoll-Reihe. Ich würde mit allen interessierten Frauen ein Telefon- oder Zoom-Gespräch führen und daraus einen kleinen Text aus der Ich-Perspektive schreiben. Da Protokolle sehr persönlich sind, ist mir sehr wichtig, dass sich alle wohlfühlen: Jede Teilnehmerin darf ihren Text vor der Veröffentlichung lesen und so lange Änderungswünsche äußern, bis sie sich wohl und richtig wiedergegeben fühlt.
Ich freue mich sehr auf Rückmeldungen aus euren Reihen!
Herzliche Grüße
Christin Lesker, Freie Mitarbeiterin
Süddeutsche Zeitung GmbH
e-mail: leskerchristin@gmail.com
==========







Cookie Consent mit Real Cookie Banner